Schmerzen im Bein können durch unterschiedlichste Erkrankungen hervorgerufen werden und können demnach auch ernsthafte Ursachen haben: z.B. Gefäßverengungen, Krampfadern, Knochenentzündungen oder Muskelentzündungen. Um eine erste Diagnose zu machen, empfiehlt sich eine Röntgenaufnahme anzufertigen, um Veränderungen der Gelenke und Knochen zu diagnostizieren. Auf dem Röntgenbild können Tumore, Abnutzungserscheinungen, Entzündungen, Verletzungsfolgen, Fehlstellungen, und Verletzungsfolgen erkannt werden.
Beinschmerzen können also nicht nur verschiedene Ursachen haben, sondern auch an unterschiedlichen Stellen des Beins auftreten. Im Bein verlaufen zahlreiche Bänder, Sehnen, Muskeln, Knochen, Blutgefäße und Nerven, die vor allem bei Verletzungen schmerzen können. Zu den häufigsten Ursachen bei Beinschmerzen zählen Gelenkbeschwerden, wie zum Beispiel Knie- und Hüfteschmerzen.
Dazu gehören aber auch Durchblutungsstörungen im Bein und Knochenbrüche, die zum Beispiel durch einen Unfall entstanden sind. Dabei machen sich Schmerzen nicht nur beim Auftreten bemerkbar, sondern auch in Ruhestellung des Beins. Beinschmerzen können sich durch eine Schwellung oder durch plötzliche, stechende Schmerzen äußern (z.B. bei einem Achillessehnenriss), abhängig von ihrer Ursache.
Durch Schmerzen und Schwellungen ist auch die Beweglichkeit des Beins eingeschränkt. Bei Beschädigung von Muskeln und Nerven kann es zusätzlich zu Lähmungen und Empfindungsstörungen kommen. Bei kurzzeitigen Überlastungen wie z.B. bei Muskelkater, verschwinden die Beinschmerzen bald von selbst. Solange die Beinschmerzen aber länger anhalten oder intensiver werden, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen, der die genaue Ursache der Schmerzen erkennen kann und demnach auch eine geeignete Therapie vorschreiben kann. Salbenverbände und Bandagen sind unter Umständen auch sinnvoll, vor allem bei Kniegelenkbeschwerden. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie zum Beispiel Diclofenac oder die Acetylsalicylsäure können auch Linderung verschaffen.
Mittels einer Kernspinaufnahme können auch Schäden an Bändern und Knorpel erkannt werden. Sind nach der Röntgen- und Kernspinaufnahme alle Untersuchungen negativ, dann kann auch ein Schaden an den Nerven die Hauptursache für Beinschmerzen sein. Es handelt sich dabei um Polyneuropathie - ein sehr häufiges Krankheitsbild, verursacht von Diabetes mellitus Typ II. Diese Diabetesform bleibt oft jahrelang unerkannt, da sie sich sehr langsam entwickelt.
Demnach erfolgt auch die Diagnose in den meisten Fällen erst nach dem Auftreten von Spätschäden. Obwohl das Fortschreiten der Polyneuropathie durch eine schnelle Blutzuckereinstellung verhindert werden kann, ist eine vollkommene Heilung jedoch nicht möglich. Bestimmte Substanzen, wie zum Beispiel Amitryptilin, Gabapentin oder die alpha-Liponsäure können in diesem Fall schmerzlindernd wirken. Das Temperaturempfinden ist gestört, das Vibrationsempfinden ist reduziert. Die Motorik wird erst sehr viel später betroffen, weshalb die Diagnose und Heilung der Polyneuropathie so schwierig und langwierig ist.
Schmerzen und Spannungsgefühle im Bein können auch ein Anzeichen von Thrombose sein. In den Blutgefäßen kommt es zu einer Verklumpung - das Bein fühlt sich schwer an und wird in den meisten Fällen angeschwollen. Da die betroffene Vene nicht direkt unter der Haut liegt sondern tiefer im Bein, sind auch die Schmerzen sehr unangenehm. Patienten beschreiben die Thrombosenschmerzen als krampfartig und ziehend - ähnlich wie bei einem Muskelkater. Davon ist vor allem der Unterschenkel betroffen, manchmal auch die Leiste und der Oberschenkel.
Die Symptome sind leider nicht so eindeutig, zu Beginn der Thrombose fehlen sie sogar ganz. Mögliche Anzeichen sind jedoch, dass sich die Beschwerden vor allem morgens bemerkbar machen und dass das Bein ausführlich errötet. Auch die Haut kann sich bläulich verfärben. Betroffene können da einen kleinen Test machen: In der Regel lassen die Beschwerden nach, sobald die Beine hoch gelagert werden. Die Möglichkeit, dass es sich bei den Beinschmerzen um eine Thrombose handelt, ist in diesem Fall deutlich größer. Werden die Beine aber wieder herabgehängt, nehmen auch die Beschwerden wieder zu. Das linke Bein ist etwas häufiger betroffen.
Die Beinthrombose ist immer ein Notfall, denn es besteht die Gefahr dass der Pfropf sich löst und durch die Blutgefäße bis in die Lunge transportiert wird. Kommt es dort zu einem Blockieren der Gefäße, kann auch eine Lungenembolie ausgelöst werden. Deshalb sollten die Beine bis zur ärztlichen Behandlung noch hoch gelagert werden. Im Durchschnitt erkranken jedes Jahr zwei von 1000 Menschen neu an einer Thrombose.
Für die Erkrankung gibt es mehrere Risikofaktoren, wie zum Beispiel Übergewicht, genetische Veranlagung, Einnahme der Anti-Baby-Pille sowie Krampfadern. Auch wer zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, raucht oder andere Hormonpräparate einnimmt, begünstigt die Gefahr für Entwicklung eines Thrombus. Durch eine bessere Gewichtskontrolle und reichlich Bewegung lässt sich die Beinthrombose erfolgreich vorbeugen. Schon ein täglicher Spaziergang kann die Durchblutung wesentlich verbessern.
Sehr häufig wird die Bezeichnung "Ischias" als eine Kurzform für "Ischiasbeschwerden", "Ischiasschmerzen" oder "Ischialgie" verwendet. Bei Ischias handelt es sich jedoch nicht um eine Krankheitsbezeichnung, sondern um den längsten Nerv unseres Körpers. Der Ischiasnerv geht von den Nervenwurzeln des Rückenmarks aus, und zwar in Höhe der Lendenwirbelsäule. Von da zieht er in den Bauchraum und tritt in der Mitte des Gefäßes hinten wieder nach außen.
Der Ischiasnerv verläuft von der Gesäßmitte über des Oberschenkel das Bein hinunter. Im Kniebereich wird der Nerv vielfach aufgeteilt und reicht also vom Rücken bis zum Fuß. Ohne dieser einzelnen Ischiasnerven könnten wir einige Muskeln gar nicht bewegen und würden in unseren Beinen sehr wenig fühlen. Sobald eine verrutschte Bandscheibe auf eine oder mehrere Wurzeln des Nervs drücken, kommt es zu Schmerzen im Gesäß- und Beinbereich, oft sogar bis in die Füße.
Dabei können die Schmerzen bzw. ihre Intensität sehr unterschiedlich sein - in den meisten Fällen ist aber nur ein Bein betroffen. Die betroffenen Bereiche können sich teilweise taub anfühlen und die Muskeln sind meist so schwach, dass der Betroffene sich nicht auf die Zehen stellen kann.
Gewöhnlicherweise wird vom Ischias nur eine Körperseite betroffen. Wer schon Mal echte Ischias- Schmerzen hatte, behauptet dass die Schmerzen äußerst unangenehm sind und von der Qualität her sich von normalen Schmerzen unterscheiden. Die Schmerzen werden meist als "reißend", "ziehend" und "elektrisch" beschrieben. Kommt es zu einer Entzündung des gesamten Nervs, dann fühlt es sich wie ein "glühender Draht" an, der das Bein hinunter zieht.
Das Problem liegt allerdings in den meisten Fällen in der Wirbelsäule - die Ursache dafür ist oft ein Bandscheibenvorfall. Demnach ist auch der Schmerz keine übliche Krankheit, sondern eher ein Zeichen, dass der Ischiasnerv eingeklemmt wurde. Der Nerv wird durch den hohen Druck gequetscht und gereizt, so dass er ständig Schmerzimpulse aussendet. Das Problem kommt bei ca. 10 % aller Menschen mit lädiertem unterem Rücken vor. Die korrekte medizinische Bezeichnung lautet "radikuläre Kreuzschmerzen", "Lumbo-Ischialgie" oder "Ischialgie". Plötzlich auftretende bzw. akute Beschwerden verschwinden in der Regel spätestens nach einigen Wochen wieder.
Die Beschwerden können jedoch auch länger anhalten, denn etwa ein Drittel aller Betroffenen wird Schmerzen auch nach einem Jahr noch empfinden. Ein erhöhtes Risiko für eine akute Ischialgie herrscht vor allem bei Personen, die rauchen und unter viel Stress leben. Gefährdet sind auch besonders große Menschen und diejenigen, die sich körperlich stark anstrengen. Wenn sie der Schmerz überfällt, sind die meisten Betroffenen zwischen 45 und 65 Jahre alt.
Die Herzstiftung Deutschlands warnt ausdrücklich, dass sich bei bestimmten Arten von Beinschmerzen auch um Anzeichen für ein erhöhtes Herzinfarktrisiko handelt kann. Allerdings kann sich die erhöhte Gefahr für Herzinfarkt mit ein paar durchdachten Maßnahmen auch deutlich senken. Dabei sollte man vor allem solche Schmerzen berücksichtigen, die im Wadenbereich beim Gehen auftreten und beim Stehenbleiben wieder nachlassen.
Auch wenn es im Liegen zu Schmerzen in der Zehengegend kommt und sich einer Linderung durch das Aufstehen erreichen lässt, handelt es sich um ähnliche Anzeichen. Diese beiden Formen von Schmerzen sind oft ein Zeichen dafür, dass eine Arteriosklerose in den zuführenden Blutgefäßen der Beinen vorhanden ist. Dabei ist nicht nur das betroffene Bein gefährdet, sondern es entsteht ein erhöhtes Risiko für potenzialen Herzinfarkt.
Umgangssprachlich wird die Arteriosklerose auch als Gefäßverkalkung bezeichnet. Dabei handelt es sich um Ablagerungen in den Arterien, die zu gefährlichen Durchblutungsstörungen führen können. Allein in Deutschland ist etwa 1 Million der Menschen von diesem Krankheitsbild betroffen, welches als „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (pAVK) medizinisch bezeichnet wird. Von einer „Koronaren Herzkrankheit“ (KHK) spricht man, sobald die Herzkranzgefäße befallen sind, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen.
Es handelt sich dabei schon um eine gefährliche Grunderkrankung des Herzens, die weiter zu Durchblutungsstörungen, Rhythmusstörungen, Herzschwäche und schließlich auch zu einem Herzinfarkt führen kann. Eine Arteriosklerose beschränkt sich in den meisten Fällen nicht auf eine einzige Stelle im Körper, sondern tritt mit der Zeit auch in weiteren Regionen auf. Im Vergleich zum Herzen werden die Beine häufig erst relativ spät betroffen.
In 90 % aller Fälle besteht schon eine deutliche Verkalkung des Herzkranzgefäße, sobald es in den Beinen zu einer Arteriosklerose kommt. Gerade aus diesem Grund sollten Betroffene bei bedingten Beinschmerzen auch immer das Herz untersuchen lassen. Statistiken belegen, dass 75 % der Betroffenen auch irgendwann einem Herzinfarkt erliegen.
Wir sind keine Ärzte und wollen auch nicht auf konkrete Krankheitsbilder oder Fachbegriffe aus dem medizinischen Bereich eingehen. Vielmehr soll die Seite helfen, die Schmerzen im Bein besser beschreiben und differenzieren zu können. Noch ein wichtiger Hinweis: Sollten sie Beschwerden oder Schmerzen haben, suchen Sie einen Arzt auf.